Sonntag, 2. Oktober 2016

Möglicher Grund für meinen Herzstillstand bei der Geburt meines Jüngsten

Weil mich der Arzt hungern und dursten ließ als Vorsorge eines möglichen Kaiserschnitts


 Ich glaube, ich habe heute am Vormittag über einen Texter-Auftrag zum Thema der Symptome eines Kaliummangels herausgefunden, warum ich bei der Geburt meines jüngsten Sohnes einen kurzzeitigen Herzstillstand hatte. Die schlimme Folge für meinen Sohn davom war eine sogenannte multiple Cerebralparese - also eine Form der spastischen Lähmung mit allen Konsequenzen, die auf so eine Diagnose folgen, also jahrelanger Spezialgymnastik, Auge-Hand-Übungen, das mühsame Aktivieren nicht mehr vorhandener Reflexe, die Babys sonst von Natur aus haben und die nie so werden wie sie es angeboren sonst sind.
 Für meine alternde Mutter war das zu viel, ich habe Jahre damit zugebracht, meinen Sohn mit diesen vielen verschiedenen Übungen erstens zu traktieren, aber auch dafür zu sorgen, dass er sich später halbwegs normal bewegen konnte, laufen, sogar schwimmen und radfahren und beide Hände normal bewegen gelernt hat, insofern auch Formen erkennen konnte, also lesen, schreiben bis hin zum Abschluss einer Fachhochschulreife und der Fähigkeit zu studieren gelernt hat.
Das hat Jahre gedauert, ich war aus meinem erlernten Beruf vollkommen raus danach. Für Marius selbst waren die stereotypen Übungen ein Märtyrürium, schlimmer geht es nicht, aber es musste eben sein.
 Vor allen Dinge als mittelgroßes Kind in der Zeit, als er von der Grundschule in die Realschule kam und bevor er später auf eine Fachschule gehen konnte, wo er das Fachabi einschließlich einer Ausbildung in Sachen Mediengestaltung gemacht hat, hatte Marius aufgrund der natürlich immer noch vorhandenen körperlichen Probleme große Probleme mit den meisten seiner Mitschüler, die ihn oft verspottet haben. Er begegnete diesem Spott mit Arroganz. Das war seine Art, sich zur Wehr zu setzen.
 Und wem verdanken wir beide das?

Tja wenn ich früher immer erzählt habe, ich hatte ein wenig Fruchtwasser verloren und ging in die Entbindungsklinik um zu fragen, was das zu bedeuten hätte und traf dort auf einen komplett unfähigen Assistenzarzt, der mich hätte sterben lassen, wenn meine Mutter nicht so beherzt gewesen wäre, auf meinen Wunsch hin einfach meine Hebamme zu holen, die uns in letzter Minute half, dann habe ich damit vermutlich recht gehabt.
Ich sollte liegen, denn angeblich hätte ich einen Blasensprung. Es war aber keiner, was meine Hebamme dann, als sie kam, feststellte. Ich hatte ja auch gesagt, es war nur ganz wenig Fruchtwasser. Meine Hebamme sagte, sowas passiert, wenn ein Kind mit den Fingernägeln ein winziges Loch in die Fruchtblase reißt.
Ich durfte nicht aufstehen, weil sich angeblich die Nabelschnur um den Hals von Marius hätte wickeln können, nicht zur Toilette gehen .. und ganz wichtig, falls ein Kaiserschnitt nötig wäre, sollte ich nichts essen und auch kaum was trinken.
 Ich habe im Krankenhaus deshalb länger als zwei Tage gar nichts zu essen und nur sehr knappe Mengen zu trinken bekommen.

Aber es kamen keine Wehen. Als meine Mutter schließlich meine Hebamme zu Hilfe holte, sagte die, das sei auch gar nicht mehr möglich gewesen. Ich war komplett verstopf, brauchte einen Einlauf, erstmal Kaffee, bewegen, hin und her laufen, damit es überhaupt möglich wurde, dass die Wehen einsetzen konnten. 4 Stunden später hatte ich meinen Sohn und in der Zwischenzeit besagten kurzzeitigen Herzstillstand.
Als ich den Arzt davor rief und ihn darauf hinwies, dass ich das Gefühl hätte, das Bett würde sich nicht nur im Kreis drehen, sondern sogar umkippen und ich würde mich krampfhaft daran festhalten, weil ich das Gefühl hätte, wenn es kippt herauszufallen, auch wenn mir klar sei, das wäre sicher nicht so, hat der mir an den Kopf geworfen, ob ich mich immer so anstellen würde.
Mein Ex-Mann meinte, ich müsse doch tun, was der Arzt sagt, half mir nicht. Gott sei Dank kam dann meine Mama und holte schnell meine Hebamme, die Marius und mir so sicher das Leben gerettet hat, weil sie sofort kam, diesen Arzt ziemlich beherzt einfach raus geschmissen hat und ihm erklärt hat .. in meinem Beisein, was er alles verbockt hatte .. und uns half. Ulla war eine tolle Hebamme, eine bessere habe ich nie gehabt. Sie hat meine Esther, Marius unter diesen dramatischen Umständen und auch Vanessas Janin auf die Welt bringen helfen.

Aber dass diese Schwindelgefühle ein Symptom von Kaliummangel und auch mein Herzstillstand bei der Geburt eine Folge von nichts zu Essen, zu wenig zu trinken und so einer sicherlich komplett fiesen Elektrolytsituation in meinem Körper gewesen sein werden, das wurde mir heute klar, als ich diesen kleinen Auftragstext bearbeitet habe.

Vor allen Dingen bei einer Herzinsuffizienz .. und ich habe einen angeborenen Herzklappenfehler ... ist der Körper auf genug Kalium angewiesen, um die komplizierten Vorgänge der elektrischen Erregung der Ionenkanäle aufrecht zu erhalten.

Ich verlinke Euch das mal, wo da Kalium gebraucht wird.


Durch Hunger und Durst und dazu noch zu wenig Bewegung kann es ganz schnell dazu kommen, dass die Elektrolyte im Körper zu stark abgebaut werden .. nicht nur Kalium, sondern auch noch andere. Das Gleichgewicht wird gestört. Die Ionenkanäle können nicht mehr richtig arbeiten.

Typisch für Kaliummangel ist es, dass man müde wird, verwirrt ist, einem schwindelig wird, man sich nicht mehr richtig bewegen kann, es zum Teil zu Problemen mit der Muskulatur kommt, der Darm nicht mehr richtig arbeiten, man Verstopfung kriegt .. und als schlimmste Folge kommt es dann zuerst zu Herzrythmusstörungen und mit Pech auch zu einem Herzstillstand, der dann sehr schnell tödlich enden kann.

Tja .. oder wenn das bei einer Geburt passiert, für das Kind zur Folge haben kann, dass es sein Leben lang unter den Folgen von daraus resultierenden spastischen Lähmungen leiden wird.

Bisschen mehr Input für allen, die das Thema interessiert.





Ja ... ich habe vergessen, wie dieser Arzt hieß, der uns damals um Haaresbreite um die Ecke gebracht hätte .. klar gut gemeint, denn es hätte ja auch eine geringe Wahrscheinlich bestanden, dass sich mein Sohn an seiner Nabelschnur erwürgt und bei mir ein Kaiserschnitt nötig geworden wäre .. die Wahrscheinlichkeit, dass es mir nicht bekommt, tagelang nichts essen und zu wenig trinken zu können, war aber größer.

Und spätestens, als ich diesem Typen gesagt habe, mir ist dermaßen schwindelig, ich kann nicht mehr .. da sagt der Idiot auch noch zu mir, ich würde mich anstellen.

Und das nennt sich Arzt !!!

Nun .. im Prinzip habe ich schon öfter erzählt, wäre ich doch damals bloß nicht wegen diesem Verlust von ein bisschen Fruchtwasser in die Klinik gefahren, Marius und mir wäre nichts passiert ... aber auch wenn es manchmal lange dauert genauer zu verstehen, warum das eigentlich so schlimm war .. heute wurde mir klar ... es ist davon gekommen, dass ich weder aufstehen noch essen oder genug trinken durfte, und das über fast 3 Tage lang, bis meine Mutter endlich Hilfe für Marius und mich geholt hat.

Die Folgen haben damals nicht nur mein ganzes Leben komplett auf den Kopf gestellt, sondern auch dem meines jüngsten Sohnes nicht unbedingt gute Startbedingungen gegeben.

Und nun habe ich per Zufall durch diesen Texter-Auftrag sogar genau verstanden, was genau dadamals in meinem und dadurch ja auch dem Körper meines Kleinen abgelaufen ist.

LG
Renate

PS: Die Fotos zeigen mich mit meinem Jüngsten kurz nach seiner Geburt, mit meiner Mama und seinen Geschwistern und ihn selbst später immer älter, teils gemeinsam mit mir und auch dem Jürgen.


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