Mittwoch, 2. März 2016

Bilanz - mein Leben in einem kapitalistischen Land - Teil 10

Nach dem Höhenflug Kampf ums nackte Überleben

vorn Nixe und meine Kollegin und daneben Reno und Esther

 
Eine meiner Arbeitskolleginnen in der Klausdorfer Baumschule, in der ich arbeitete, war auch Reitschülerin bei meiner Tochter und übte auf Nixe für eine Show, die am 1. September 2007 stattfinden sollte. Wir schauten ab und zu bei den Proben zu, nahmen auch meine Mama dazu mit und freuten uns sehr darauf.
Esther beim Zureiten von Prima ... sie hätte es schaffen können.

Jürgen und ich sprachen darüber, ob wohl im Jahr darauf auch Chiwa und Prima mit dabei sein könnten. Esther hatte nämlich begonnen, Prima zu reiten. Das war schwierig und sie ritt sie mit Helm und Sicherheitsweste und sehr vorsichtig, aber ich bin sicher, wäre das noch länger gelaufen, Esther hätte es schaffen können, unsere Prima zu reiten. Ich weiß allerdings nicht, ob es meinem Schwiegersohn genug gewesen wäre, wenn Esther unsere Prima selbst reiten könnte. Chiwa hatte im Spätsommer einen leichten Hufreheschub auf einem kleereichen Weidestück, das ich mir schon vorher mit Sorge angeschaut hatte, aber mit der sofortigen Umstellung auf einen kleinen Auslauf mit Heu ging das schnell wieder zurück, sogar ohne Tierarzt und Heparinspritzen. Aber auch bei Chiwa wird sich so gezeigt haben, dass sie kein Pferd werden würde, das man in einer Reitschule nutzen könnte, dazu ist Chiwa generell vom Wesen her zu zickig und außerdem zu krank.
Chiwa ganz vorn und dahinter die Herde bei Esther

Auf jeden Fall war es Jan selbst, der mir vorschlug, doch einen Privatweg von der Baumschule rüber zu seinem Hof zu nutzen, um auch morgens vor der Arbeit, wo ich immer eine halbe Stunde zu früh da war, mal die Pferde zu besuchen. Es war auch Jan, der mir half, als Jürgen einen schlimmen Unfall hatte, denn er überschlug sich auf der Autobahn genau an dem Tag mit meinem Auto, als wir beschlossen hatten, dass wir zusammenziehen würden und das einen Tag später, nachdem uns mein Ex-Mann sehr freundlich geholfen hatte, etwas an dem Auto zu reparieren. Jürgen sagt, er kam auf Bodenwellen auf der Autobahn ins Schlingern, mit dem Auto sei alles in Ordnung gewesen. Nun das mag sein, ich kenne die temperamentvolle Fahrweise meines 2. Mannes ja gut und meckere selbst manchmal mit ihm, er könnte etwas sinniger Auto fahren. Jan fuhr mit mir dort hin und kümmerte sich mit darum, dass Jürgen nach dem Unfall wieder nach Hause und zu einem Arzt kam. Das war nett von ihm. Warum er plötzlich genauso wie mein Ex und überhaupt alle begann, ab September richtig boshaft zu werden, das wissen Jürgen und ich bis heute nicht.
Esther und Hopi bei den Proben für eine Reining

Wir planten die Show und alle wollten mithelfen. Leider konnte Jürgen dann nicht dabei sein, weil er über Randstad .. und sowas ist Zeitarbeit in ihrer Vollendung, die auf nichts Rücksicht nimmt ...genau an dem Sonntag arbeiten musste, und das völlig spontan und ungeplant, als Esthers Tag der offenen Tür mit dieser wunderschönen Show stattfand.

Schon einige Tage vorher saßen mein Ex und Jan immer so merkwürdig zusammen und ihre Körpersprache wirkte feindselig. Gesagt hat aber noch keiner was. Jürgen und ich merkten das sehr wohl, aber noch griff uns niemand offensichtlich an.

Wir waren im Sommer gemeinsam im Zoo gewesen, es war ein sehr schöner Tag mit der ganzen Familie, auch Katrin, die neue Freundin meines Ex war dabei. Aber als ich meinen Mann fragte, ob er meine Mutter und mich nach der Show nach Hause bringen könnte, lehnte der das plötzlich schroff ab und war extrem unfreundlich. Gleichzeitig teilte er mir mit, dass er mir keinen Unterhalt mehr zahlen würde.
Hansi, Raphael, ich und meine Mama im Zoo
Esther, Katrin, Karim, der Sohn von Katrin und Hansi im Zoo

Schon ein paar Monate vorher hatte er mir nicht mehr den vollen Unterhalt gezahlt, sondern immer nur 400 statt 600 Euro. Nun, ich hatte den Nebenjob in der Baumschule, über Oma das Pflegegeld, Jürgen seinen Mini-Lohn bei Randstad und wir schafften es so, uns durchzuschlagen, zumal ich bei Esther für Chiwa und Prima ja nicht viel bezahlen musste.






Raphael, Jürgen und meine Mama im Zoo

vorn ich am Showtag am Getränkestand
Es war aber alles zunächst harmonisch, kein böser Streit von keiner Seite. Eine Freundin von uns machte mit Jürgens Handy Videos von Esthers Show und ich verkaufte gemeinsam mit Jans Mama und Oma Getränke an die Zuschauer. Ich weiß nicht genau, wie sehr es Jans Oma Lise aufgeregt haben mag, dass an diesem Tag oft Raphael zu mir kam und klar stolz seiner richtigen Oma erzählte, wie toll er das alles machte wie beim Voltigieren auf Sunny im Indianerkostüm.

Aber als ich dann meinen Ex fragte, uns nach Hause zu bringen, sagte der nein. Und als ich nach der Show meine Tochter fragte, ob sie mich mit meiner Mama nach Hause bringen könnte, die ich ja in keinen Bus hätte setzen können, sagte die auch nein. Ich musste mit meiner gelähmten Mama im Aufenthaltsraum vor der Reithalle warten, bis Jürgen bei Randstad Feierabend hatte, die schwer dement war und mich ständig hilflos fragte, warum wir denn nicht nach Hause fahren würden. Endlich kam dann Jürgen und wir konnten los. Ich war enttäuscht und verwundert ob so viel Kälte seitens meiner ganzen Familie und merkte, es käme irgendwas auf uns zu, das nicht gut war.
Raphael am Showtag auf Max beim Voltigieren

Mein Ex hatte eine Lohnpfändung für alte Schulden bekommen. Auch das war nicht meine Schuld und Jürgen erklärte ihm noch, Unterhaltsansprüche hätten sowieso Vorrang, das sollte er einfach angeben, das hätte er früher auch immer so gemacht und zuerst den Unterhalt für Frau und Kinder pfänden und die anderen leer ausgehen lassen. Das sei gar kein Problem. Aber mein Ex machte ein Problem daraus und zahlte mir ab dann keinen Cent mehr.

So konnte ich natürlich nicht auskommen und war über das Jobcenter gezwungen, ihn auf Unterhalt zu verklagen. Als ich das tat, ging es los, dass Texte aus dem Administrationsbereich meines Hufrehe-Forums auftauchten, die es zwar gab, aber ganz persönliche Gespräche zwischen mir und meiner liebsten Moderatorin dort gewesen waren, und das in meiner Unterhaltsklage. Dann tauchten Morddrohungen an Hansis Freundin Katrin auf, die angeblich ich per E-mail an die geschickt hätte, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Ich habe der Frau nie gedroht, sie war ja auch gar nicht die einzige Freundin, die mein Ex-Mann hatte, sondern nur die, die er nun offiziell als Vorzeigefrau den Kindern zeigte, was mir persönlich vollkommen klar war. Sie tat mir eher leid, weil sie in meine Rolle schlüpfen sollte und die war alles andere als schön gewesen. Sie ist heute auch nicht mehr mit meinem Ex zusammen. Es gab später eine Weile eine neue Vorzeigefrau, die Babs heißt und mit der er eine Weile auch zusammen gewohnt hat. Die Beziehung hat aber dann doch nicht gehalten und momentan ist mein Ex-Mann soweit ich weiß solo. Wir schreiben uns ab und zu bei Jappy. Er hat Kontakt zu allen Kindern, darf mir aber nicht wirklich erzählen, wie es ihnen geht, aber immerhin weiß ich so zuweilen, dass sie noch da sind, wenn sie zu seinem Geburtstag da waren oder zu Weihnachten, was ich dann doch erfahre. Als Anwältin nahm sich mein Ex-Mann damals Ende 2007 ie Busenfreundin meines Schwiegersohns, mit der der schon als Gymnasiast die Schulbank gedrückt hatte. Mit Prozesskostenhilfe hatte ich keine Chance, meine Unterhaltsklage so durchzukriegen.
Lisa (der Reno heute gehört) und Esther am Showtag auf Reno
Tango-Nummer ... Esther und Filia, Lisa und Reno

Ich ließ es schließlich sein und suchte mir einen anderen Anwalt, der mir ausdrücklich erklärte, die lukrative Scheidung würde er machen, eine Unterhaltsklage mit Problemen aber nicht, da würde er nichts dran verdienen. Tja, so wurde ich ohne einen Cent weiteren Unterhalt dann zwei Jahre später irgendwann geschieden und nahm aus Wut über alles, was ich inzwischen erlebt hatte, meinen Mädchennamen Hafemann wieder an.
Marius am Showtag, der mich da am Getränkestand ablöste

Das war aber noch nicht alles, was meine Mutter, Jürgen und ich erleben sollten. Mit unserem Vermieter hatten wir abgemacht, dass mein Ex, der einmal versprochen hatte, einige Renovierungsarbeiten an dessen Haus gegen offene Mieten zu machen, die er nie gemacht hatte, diese Summe in Raten an den bezahlen sollte und wir dann weiter Miete zahlen. Aber dann konnte ich am 1. September keine Miete bezahlen, weil mein Ex mir keinen Unterhalt zahlte.

Obwohl ich es hätte eigentlich dann zum 1. Oktober hätte nachholen können, weil da das Geld vom Jobcenter kam, konnte ich wieder nicht zahlen, denn genau am 30.09.07 löste mein Sohn Marius plötzlich das für mich unter seinem Namen laufende Bankkonto auf und mein Hartz IV ging ins Leere. Auch mein Forum war an diesem Tag gelöscht, ebenso mein E-mail-Account und ich konnte deshalb auch keine meiner zum Teil sehr guten virtuellen Freundinnen um Hilfe bitten, weil ich niemand erreichen konnte.
vorn Prima und Nixe noch gemeinsam bei Esther auf dem Hof

Als Jürgen und ich wütend zu meinem Sohn fuhren, um zu fragen, warum er das getan hätte, merkten wir, dass seine Freundin Imke sehr gut in alles eingeweiht und sehr boshaft war. Wir erfuhren, Jan wäre da gewesen und hätte Marius bedroht, ihn anzuzeigen, weil ich so böse Dinge über dessen Server täte und er dafür die Verantwortung hätte.

Für uns hatte das die fristlose Kündigung unserer Wohnung zur Folge, denn unser Vermieter wollte das Haus schon lange verkaufen und hatte so nun endlich einen Grund, den Mieter aus der unteren Etage loszuwerden. Inzwischen ist das Haus auch verkauft worden und auch alle anderen Mieter wurden raus geklagt unter der Begründung Eigenbedarf, und zwar vom Käufer.
Meine Mama bei Esther auf dem Hof in Klausdorf

Ich versuchte, mit einer Räumungsschutzklage Zeit zu gewinnen, denn es wurde Winter und meine Mutter hätte eine Obdachlosigkeit nicht überlebt. Jürgen war mal obdachlos, und das mitten im Winter und sagte, das schafft Oma nicht, sie stirbt auf der Straße in ihrem Zustand. Aber alle meine Kinder stellten sich komplett tot. Esther oder Manuel hätten viel Platz gehabt, zumindest ihre Oma bei sich aufzunehmen, aber es tat keiner.

Wir machten die Erfahrung, dass wir auch nicht nach Kiel ziehen konnten, denn meine Mutter kriegte Sozialhilfe und nicht Hartz IV und hatte so keine Chance, aus dem Kreis Plön rauszukommen. Der Kreis Plön wiederum hat kein Wohnungsamt und niemand hilft. Ich bat den psychosozialen Dienst um Hilfe, es kam auch eine Frau, aber alles, was die konnte, war im Kreis labern und freundlich sein. Helfen konnte die uns ebenfalls nicht.
Manuel und Anni mit ihrem Dackel Luna

Die Wohnung, in der wir heute leben, fanden wir in allerletzter Sekunde nur wenige Wochen, bevor der letzte Termin auslief, den ich über die Räümungsschutzklage noch hatte rauschinden können. Beim Umziehen half uns dann Manuel ein bisschen nach Feierabend die ganz schweren Sachen in den 3. Stock tragen. Als ich ihn fragte, wo sie alle in der Zwischenzeit gewesen seien, sagte er, sie hätten gemeint, Jürgen macht das schon.

Ganz toll.

Ihre Oma lebte von Stund an in einer Wohnung ohne Garten, aus der sie ohne Hilfe nicht raus kam mit Jürgen und mir, die beide arbeiten mussten, Jürgen im Schichtdienst und ich flexibel auf Abruf. Wenn ich Feierabend hatte, saß sie oft weinend da, weil sie nicht wusste, dass ich zur Arbeit hatte gehen müssen, denn der Umzug verschlimmerte ihre Demenz extrem. Das einzige, woran sie sich fest klammerte, war unsere Katze Blanka.
Manuel und Anni vor einem VW Samba-Bus

Im Juli 2008 luden uns Manuel und Anni zu ihrer Hochzeit ein. Wir freuten uns sehr darüber, obwohl diese Hochzeit für mich und Oma eine Qual war, denn Vanessa und Esther und unsere drei Enkel Marc, Janin und Raphael trauten sich alle nicht uns anzuzsprechen. Sie schauten rüber, man merkte, wie verhetzt alle waren und ich musste mich sehr zusammennehmen, nicht laut loszuweinen, was ich nicht wollte, denn Manuel sollte doch eine schöne Hochzeit haben. Es war eine wunderschöne Oldtimer-Hochzeit mit Trauung um Mitternacht im Standesamt Neumünster, etwas das so gut zu ihm passte. Gesprochen haben an dem Tag mit uns nur einige Fremde und Manuel und Marius, auch Imke. Mit Imke und Marius hatten wir uns gemeinsam eine Geschenkidee für das Paar ausgedacht, die auch sehr gut ankam, weil sie doch originell war.
Meine Enkel Marc, Raphael und Janin, meine Töchter Vanessa und Esther und Timo, Nessis Mann

Trotzdem geht mir nach einem Erlebnis, das später kam, die Rolle von Imke bei den Sachen vorher nicht aus dem Kopf, denn ich vermute, dass die Homepage für den Buchverlag meines Schwiegersohnes genauso wie meine auch auf dem Privatserver meines jüngsten Sohnes war, über den alle diese Sonderbarkeiten passierten, die uns so tief ins Unglück gestürzt und fast obdachlos gemacht hätten und auch schuld waren, dass mein Traum, dass unsere Pferde zusammen bei Esther bleiben könnten und alles wieder gut würde, wie eine Seifenblase zerplatzen ließ und sogar dazu führten, dass Esther in einem Streit bei uns zu Hause deshalb mit einer Haushaltsschere auf Jürgen los ging und meine Mutter 110 anrief, so dass die Polizei dazu kam. Wir haben Esther damals zwar nicht angezeigt, aber weil sie und Jürgen nicht verwandt sind, wurde das alles damals trotzdem bearbeitet und ich weiß bis heute nicht, was das für Konsequenzen für sie gehabt hat, so die Nerven verloren zu haben. Und warum? Angeblich soll Jürgen irgendwo geschrieben haben, er würde Nixe, Reno, Chiwa und Prima wieder bei ihr weg zu uns hinters Haus holen wollen. Das hat er aber nie gesagt und auch nirgends so geschrieben. Wer also tat das alles gemacht und warum? Es ist anzunehmen, dass die Person Zugang zu unseren Passworten hatte, die über meinen E-mail-Account in meinen Augen auf unserem Familienserver sicher aufbewahrt waren so wie ich heute auch alles, was wichtig ist, bei gmx sicher deponieren kann und dort immer wiederfinde, auch wenn mal der Computer abstürzen sollte.
Esther, Jan, Imke und Musel ... vermutlich waren Imke und Jan damals schon ein Paar

Warum ich das denke, werde ich dann auflösen, wenn es an der Zeit ist .. denn erst viele Jahre später erlebte ich etwas, das mich das überhaupt in Erwägung ziehen ließ, weil mir etwas ganz Merkwürdiges auffiel.

Nach der Hochzeit von Manuel ging unser Leben eine Weile schwer, aber irgendwie weiter. Wir waren vollkommen entwurzelt, ab und zu besuchten uns Manuel und Marius. Marius hatte sich inzwischen von Imke getrennt und ich verlor ihn mehrfach aus den Augen, weil einmal er auszog, dann wieder einzog, dann sie ihn raus geschmissen hat und er irgendwo gewohnt hat, er studierte eine Weile etwas mit alternativen Enegiesystemen, das ihm nicht gefiel, brach es wieder ab, begann Multimedia Production zu studieren, aber musste aufhören, weil das Bafög zu spät kam und ihm niemand helfen konnte, lebte irgendwo bei Freunden, tauchte wieder auf und fing irgendwann ein zweites Mal an zu studieren.
Esther und Hansi

Wäre Marius damals bei mir geblieben, wäre er längst fertig und ich weiß, Marius ist sehr begabt und dieses Fach wäre etwas, womit er einmal Erfolg haben könnte, selbst nicht ganz gesund,denn das ist er ja nicht. Sie fiel weich, wie ich es gedacht habe, Marius schlug steinhart auf und hat mit den Folgen bis heute zu tun, auch wenn er irgendwie wie ich auch überlebt hat und wir auch noch immer Kontakt haben. Aber wenn ich ihm sage, ich habe doch gleich gedacht, ich habe Bedenken, gleich mit Imke zusammenzuziehen, das könnte schief gehen, er würde sagen, Mama das geht Dich nichts an.

Mütter geht es aber was an, was aus ihren Kindern wird und Mütter haben in Bezug auf die Partner ihrer Kinder meistens gute Instinkte, die mit Eifersucht überhaupt nichts zu tun haben, sondern nur mit dem Wunsch, ihre Kinder sollen glücklich werden und eine gute Beziehung führen, das ist alles, was sich die meisten Mütter für ihre Kinder wünschen, ich jedenfalls ja.

Ich verlor meinen Job in der Baumschule, als ich einen schweren Baum auf einen Hänger lud und mir das Knie dabei verrenkte. Krank wurde ich nicht bezahlt, aber wie immer kriegte ich auch keine Bescheinigung darüber, dass ich nichts verdienen würde und das Jobcenter zog mir deshalb noch über ein halbes Jahr fiktives Einkommen ab, bis ich die Firma auf Herausgabe von Unterlagen vor dem Arbeitsgericht verklagt hatte. Schon im Winter davor war mir diese Firma eine Bescheinigung darüber schuldig geblieben, dass wir einige Monate geschlossen hatten. So ist das mit dem Jobcenter und so ist das mit vielen Jobs.
Rechts in der Ecke Jürgen, meine Mama und ich bei der Hochzeit

Bei Randstad erging es Jürgen nicht viel besser. Auch er wurde irgendwann in einer Scheibenfabrik sehr krank, hatte ständig Probleme mit Sehnenscheidenentzündungen und wurde dann deshalb dort entlassen. Die Leiharbeit war die Hölle und wir waren froh, dass Jürgen auf diese Weise dort weg kam, denn selbst kündigen hätte er ja nicht können. Er wurde nie als CTA verliehen, immer nur für Schwerstarbeiten im Schichtdienst, denen er körperlich gar nicht gewachsen war und das für extrem wenig Geld. Die Kosten für 5 alte Autos, die wir verschlissen haben, damit er diesen Job machen konnte, sind uns seitens des Jobcenters nie ersetzt worden, sondern nur 20 Cent Benzingeld pro km einfache Strecke und das noch natürlich verrechnet auch mit den ersten 100 Euro Freibetrag. Die restlichen angeblich übrig bleibenden Freibeträge reichten nichtmal für den Rest.

Hier in der Glindskoppel von Preetz, der Sozialecke dieser Kleinstadt, lernten wir inzwischen viele Menschen kennen, die ähnliche Dinge erlebten und immer wieder erleben.
Meine Mutter mit Blanka

Deutschland zieht sich seine eigenen Sklaven..

Ich begann, mich nach dem Umzug hierher politisch zu betätigen und mache das auch noch heute, aber inzwischen nicht mehr als Parteimitglied, sondern nur noch, indem ich offen meine Meinung und unsere Erlebnisse in einem Blog festhalte.

2009 starb unsere Hündin Chérie an Hautkrebs und ließ den Boomer, den wir 2008 aus dem Tierheim dazu geholt hatten, alleine zurück. Er ist unser kleiner Sonnenschein hier in der Wohnung. Auch unser altes Chinchilla Musi starb uns hier in Preetz in der Etagenwohnung.
Jürgen mit Chérie (links) und Boomer (rechts)

Unsere Pferde lebten nacheinander zunächst in Klein Barkau und zwei verschiedenen Ställen in Boksee, aber darüber berichte ich extra und genauer in der Geschichte unserer Pferde. Nixe und Reno blieben noch einige Jahre bei Esther als Schulpferde und ich sah sie nur heimlich ab und zu über den Zaun. Aber auch das würde sich später ändern.

Ich mache einmal wieder Pause und werde Euch dann über die Zeit ab ca. 2010 berichten, ein Jahr, in dem es meiner Mutter zunehmend schlechter gehen sollte und in dem Jürgen und ich beide gar keine Arbeit hatten, um uns etwas dazu verdienen zu können. Der ständige Geldmangel schadete jedem von uns und sicherlich meiner alten und gebrechlichen Mutter am meisten, deren Widerstandskräfte nicht mehr so groß waren. Zum Mangel gehört aber auch die Psyche, denn das schlimmste an der Armut ist das Verstoßenwerden von allen Menschen, die Angst haben, dass sie helfen müssen, wenn sie es nicht tun, denn unser Staat will ja auch gar nicht, dass die Menschen, die im Abseits als Sklaven gehalten und im Alter am besten ganz langsam in den Tod gejagt werden, Hilfe bekommen.
Jürgen und ich mit Prima und Chiwa im Stall in Klein-Barkau

Also bis bald, wenn ich über die Jahre berichten werde, die noch folgten.

LG
Renate

Dienstag, 1. März 2016

Bilanz - mein Leben in einem kapitalistischen Land - Teil 9

Die letzten drei Jahre mit dem Rest meiner Familie, die keine mehr war


 
Mein Enkel Raphael zu der Zeit damals
Ich schaltete wegen Raphael das Jugendamt und einen Anwalt für Mediation ein, der sicherlich keine gute Wahl gewesen ist, sondern mir einredete, ich solle versuchen, mich gütlich mit meiner Tochter wegen Raphael zu einigen.
Nixe bei Esther in Klausdorf

Mein Pferd Nixe war weg und hier zu versuchen, die rein rechtliche Sache zu klären, wäre das Aus für irgendeine Beziehung zu meinem Enkel Raphael gewesen. Vanessa war mit beiden Enkeln Janin und Marc für immer weg und dass sie nie mehr den Mut haben würde, ihrem Mann zu widersprechen, war mir irgendwie klar. Ihre Schwiegermutter hatte es mit ihrer eigenen Mutter nämlich schon genauso machen müssen. So übernehmen Söhne von ihren Vätern eben auch solche „Familientraditionen“, ihre Ehefrauen von der eigenen Mutter zu trennen, um sie besser unter den Pantoffel zu kriegen.

Mein Enkel Marc damals
Meine Tochter Vanessa mit Enkelin Janin damals

Auch wenn Esther zurück kam, es gab so viele Bedingungen, die mich unfrei machten, die von ihrem später vorübergehenden Ehemann ausgingen, mich regelrecht versklavten. Ich durfte meinem Enkel ja nichtmal sagen, warum ich den Garten seiner neuen Oma Lise in Schwentinental nicht betreten durfte genauso wie ihm sein richtiger Vater erzählten musste, er sei ein Freund, wenn er ihn mal sehen durfte. Meinem später vorübergehend 2. Schwiegersohn nämlich geht vieles in meinen Augen in erster Linie um das Ausüben von Macht, und vor allen Dingen um das Ausüben von Macht gegenüber Frauen, die aus irgendwelchen Gründen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehen, und das tat ich ja als Mutter, die ihre Tochter und ihren Enkel und auch das Pferd, das man mir weg genommen hatte, liebte. Ich musste also kriechen.
Esther mit meiner Mutter im Rollstuhl, daneben ich und vorn Raphael

Heute krieche ich nicht mehr. Glücklicher bin ich deshalb vermutlich inzwischen durchaus, auch wenn dieses Nichtmehrkriechen heißt, mein eigenes Kind, den Enkel davon und auch meine Pferde Nixe und Reno nie mehr sehen zu können. Aber ich bin wieder so frei, den Kopf oben zu tragen und niemand die Stiefel zu lecken, um Kontakt zu Menschen und Tieren haben zu können, die ich nunmal liebe. Ich bin glücklicher, aber eben nicht wirklich glücklich, und so etwas genießt dieser Typ Mann in erster Linie.

Meine beiden Töchter hätten Männer verdient, die sie wirklich lieben, denn das, was die beiden in ihrer Ehe erleben bzw. erlebt haben, denn meine Jüngste hat jetzt wieder einen so hoffe ich besseren Partner, ist weitaus schlimmer als das, was ich in meiner Ex-Ehe haben aushalten müssen, und das war bereits schlimm genug. Da ich nach sehr vielen Jahren, denn auch ich bin durchaus monogam, heute einen ganz anderen Typ Mann habe, kann ich das beurteilen, dass es manchmal lohnend ist, sich aus einer Ehe zu lösen, in der man als Frau komplett unterdrückt wird.
Jürgen und ich damals frisch verliebt

Kein Familientreffen war für mich mehr wirklich schön, denn Vanessa und meine beiden Enkel von ihr kamen nie mehr. Wenn meine Mutter auch die drei vermisste, dann fühlte ich mich schuldig dabei, obwohl ich keine Schuld hatte. Das auf jeden Fall hatte der Mann meiner Großen nun erreicht. Treffe ich meine Große, sie redet mit mir. Oft habe ich das Gefühl, es freut sie sogar zu hören, wie es uns geht und mal erzählen zu können, wie es bei ihr läuft, wie gut Janin in der Schule ist, wie viel Spaß sie mit ihrem Haflinger Twister haben oder ihren neuen Hunden und dem Garten, den sie jetzt wieder haben und dort viele Tiere halten können. Sie würde mir das sicherlich gern alles mal zeigen, wenn sie dürfte. Aber sie darf es ja nicht.






Meine Mutter und ich damals bei einem Zoobesuch

Marius wohnte noch bis Sommer 2005 bei uns in der Familie und schaffte im 2. Anlauf eine gute Fachhochschulreife, aber leider nicht den NC für Multimedia Production. Er zog trotzdem dann mit seinen beiden Freundinnen Imke und Mona in eine WG nach Kiel. Anders als ich es vermutet hätte, wurde aber nicht Mona, sondern Imke vorübergehend seine Lebensgefährtin und diese Beziehung wurde sehr schnell eine extrem problematische. Die Wohnung, wo die Dreiergruppe lebte, hatten Imkes Eltern für ihre Tochter gekauft und mein erster Gedanke war, dieses Kind fällt weich, wenn es nicht klappen sollte, aber was wird mit meinem Sohn, wenn dieses Mädchen ihn einfach auf die Straße setzt? Nachdem sie zuerst Monas Partner nicht akzeptierte und die beiden dann auszogen und ein neuer WG-Partner einzog, hat sie zuerst meinen Sohn mit dem betrogen, wollte aber nicht, dass Marius auszieht, denn sie hätte ihn ja als platonischen Freund so gern.
Esther, meine Mama, Marius, Imke und Raphael damals

Wieder wurde ich zur bösen Schwiegermutter, weil ich der Meinung war, er soll da ausziehen, sowas sei doch schlicht krank, und das sehe ich auch noch immer so. Das hat gar nichts damit zu tun, dass ich grundsätzlich Vorbehalte gegen die Kinder neureicher Leute hätte, sondern einfach damit, dass mein Sohn dieses Mädchen ja wirklich geliebt hat und sie es war, die fremd ging, nicht er. Und was Fremdgehen heißt, das weiß ich aus meiner Ehe und wer das einmal tut, tut es auch wieder. So einfach ist das. Außerdem kann man Liebe nicht einfach in Freundschaft umprogrammieren, nur weil einer der Partner sich das wünscht. Aber erzähle das mal als Mutter einem Sohn, der mit so einer Frau innerlich ja nicht ansatzweise fertig ist, sondern sie immer noch liebt und hofft, es wird alles wieder gut. Jedenfalls war das damals so. Inzwischen glaube ich, er hat es allmählich zumindest fast überwunden, zumal da noch viel mehr passiert ist, was aber nicht in diese Zeit gehört, weil es erst 2013 raus kam.

Da ich alles, was es an Intimitäten in meinem Leben gab, auf dem Privatserver meines jüngsten Sohnes gespeichert hatte und damit seine Freundin natürlich Zugang zu allen meinen intimsten Daten hatte und sie wiederum, was ich erst Jahre später zufällig entdeckte, mit im Verlag des heutigen Mannes meiner Jüngsten arbeitete und damit enge berufliche Kontakte zu ihm hatte, kann ich nur vermuten, dass vieles, was mir später im Laufe der nächsten drei Jahre passieren sollte, unter anderem damit zu tun haben könnte. Wissen werde ich das nie, sondern nur, dass irgendwer mir einen unglaublichen Schaden damit zugefügt hat, sich in meinen E-mail-Account, den Administrationsbereich meiner Homepage und meines Hufrehe-Forums und vieles mehr einzuhacken. Und irgendjemand hackte sich auch in den Clipfish-Video-Account meines heutigen 2. Ehemannes Jürgen, der damals mein Lebensgefährte war und meinen früheren Computer damals mit benutzte und damit auch alle seine Zugangsdaten über diesen Privatserver gut unter wichtige Daten zu finden waren.

Aber das alles kommt eigentlich erst ein paar Jahre später.
Esther, Raphael und Marius

Zunächst hatte mein Ex-Mann recht gute Arbeit als Anleiter, die ihm auch Spaß machte und fast ein Job in seinem Hobby war, bis auf Vanessa trafen wir die Familie, ich kümmerte mich um meine Mutter, die immer mehr durch ihre Demenz zum erwachsenen Kleinkind wurde und freute mich an meinen beiden Pferden, die ich inzwischen von Wellsee in meine Nähe in eine Auenlandschaft nach Nettelsee geholt hatte. Ich nannte diese Ecke No-Wa-Land und nicht mehr Ni-Chi-Re.anch. Ich wollte in Frieden damit leben, dass Nixe fehlte. Esther begann, sich mit Nixe und ihrem Haflinger Hopi eine Existenz aufzubauen und als Raphael vier Jahre alt wurde, suchten wir zusammen ein Pony für ihn und fanden den kleinen Sunny. Als wir dort waren und Raphael beim Reiten zusahen, erzählte Esther, sie würde ein Großpferd brauchen und ich fragte, ob es ein Quarter Horse sein solle, aber sie sagte, sie würde an einen Knabstrupper denken. So kam ich auf die Idee, ihr anzubieten, dass Reno zu ihr käme.
Mein Ex Hansi mit Chiwa, Prima und Reno

2004 nämlich war mir Chiwa fast an einer Welle von schlimmen Hufgeschwüren nach falscher Hufbearbeitung nach ihrer Hufrehe gestorben und ich hatte als Beistellpferd für Reno gedacht die Stute Prima gekauft, eine unreitbare Holsteiner-Stute. Nun hatte ich drei Pferde in Nettelsee, über die ich schöne Gedichte schrieb und viele Bilder von ihnen machte.
Prima und Reno

Ich dachte, wenn ich ihr den Reno für die Reitschule gebe, das könnte unsere Beziehung wieder verbessern. Dass ich Reno damit verlieren würde, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Reno lernte gut und wurde ein gut einzusetzendes Schulpferd. Später half ich Esther noch ein weiteres Pferd dazu zu finden, den Tinker-Mix Max. Eine Stute Filia kam vorher durch Zufall auch noch zu ihr. Ihre Reitschule lief gut und das freute mich sehr. Ich sah aber auch, wie viel meine Kleine arbeitete und wie wenig Hilfe sie durch ihren Mann hatte und fragte mich, wie lange wird sie das aushalten, denn jeder Mensch braucht doch mal Pause.
Vorn das ist Max
Filia

Manuels Beziehung zu Anni wurde fester und ich bemerkte, dass er anders als allein mit ihr zusammen immer nur kurze Besuche machte. Oft kam sie auch gar nicht mit und mir war klar, sie sitzt zu Hause und mault. Wenn wir ihn besuchen fuhren, hockte sie oft stundenlang im Schlafzimmer und telefonierte mit Freundinnen oder der Familie und kam zuweilen nichtmal raus, um guten Tag zu sagen. Auch hier sagte mir mein Bauch recht schnell, da will jemand nur die eigene, aber nicht die Familie des Partners, wo gewisse Kontakte zwar zum schönen Schein, aber nicht wirklich zu den Herzensangelegenheiten gehören. Waagen lieben ein perfektes Ambiente und zu gewissen Angelegenheiten die Familie des Partners hinzuzuziehen, gehört zum Ambiente so einer Waage, aber das hat rein gar nichts damit zu tun, dem Partner wirklich das zu lassen, was er braucht, nämlich seine eigenen Wurzeln.
Anni, Manuel und Esther

Sie beklagte sich einmal bitter bei mir darüber, er würde sie unterdrücken. Es fielen so Äußerungen wie sie hätte nachts geweint und er hätte gesagt, sie solle leiser weinen, er könne nicht schlafen. Das klang herzlos und ich sagte, sie soll sich durchsetzen. Mein Sohn sei Löwe und hätte immer einen verdammt dicken Kopf gehabt.

Wenn er später alleine zu Besuch kam und uns nichtmal erzählte, dass er Vater würde, dann hatte das mit durchsetzen nichts mehr zu tun, denn das war bereits unterdrücken. Sie hat sehr gut gelernt, sich durchzusetzen, zu gut. Aber dazu auch später, denn diese Phase, wo sie wirklich zeigte, wie sie ist, kam auch erst nach den letzten 3 Jahren meiner Ehe und zerbrechenden Familie.

Mein Ex-Mann durfte wieder seine Autos in die Bastelhalle seines Sohnes Manuel stellen und freute sich sehr darüber. Anfänglich wird er auch oft zum Basteln dort gewesen sein, aber später nicht mehr. Manuel war später selbst auch kaum noch in seiner Bastelhalle, wo er früher so viel Zeit mit seinem Vater gemeinsam verbracht hatte. Für meinen Ex war es der Reiz, gemeinsam etwas mit seinem Lieblingskind Manuel zu machen, wenn er an Oldtimern schraubte. Ohne Manuel war dieses Hobby nur noch eine geliebte Erinnerung. Wenn mein Ex später erzählte, er sei bei Manuel, an Autos schrauben, dann war er sicherlich oft gar nicht mehr da, denn er begann nach dieser wohl größten Krise in unserer Familie doch wieder, ständig fremdzugehen, obwohl ich sicher bin, er hat sich im Jahr 2000 wirklich vorgenommen, mich nicht mehr zu schlagen, gut zu seiner Familie zu sein, nicht mehr zu stehlen und nicht mehr fremdzugehen.
Manu, mein Ex Hansi und einer der damaligen Oldtimer

Diese Familie aber war doch nicht mehr wirklich vorhanden. Wir litten alle darunter, mein Ex, meine Mutter und ich auch. Es ist sicher auch normal für Eltern und Großeltern, unter solchen Zuständen zu leiden.

Ich habe im Studium einmal gelernt, dass die meisten Selbstmorde Menschen in der sogenannten Empty-Nest-Situation begehen. Das sind ältere Ehepaare in der Zeit, wenn die Kinder aus dem Haus gehen und sich wie unsere auch über die Schwiegerkinder immer mehr zurück ziehen und man plötzlich merkt, die Familie, für die man gelebt hat, gibt es nicht mehr.

Mein Ex war nicht der Typ, um wie Jürgen, der das gleiche mit seinen eigenen Kindern erlebt hat wie ich mit meinen, einfach zuzugeben, dass er darunter leidet und erst recht Halt im Partner zu suchen, sondern der Typ, der sich dann ablenkt und versucht, Selbstbestätigung in etwas anderem zu finden, und das waren dann Affairen über Affairen. Es war nicht mehr eine Frau, mit der er mich zur Zeit betrog, über das Internet, zu dem er nun Zugang hatte, waren es gleich mehrere auf einmal und immer wieder neue. Mein Mann kam nur noch zum Essen und Schlafen nach Hause und nahm sein Handy sogar mit in die Badewanne, hütete dieses Gerät wie seinen Augapfel in Panik dass ich womöglich ein Gespräch annehmen könnte, das nicht für mich bestimmt sei. Ich fühlte mich auch einsam und habe eine Weile versucht, das zu übersehen, aber ganz alleine auf einem Dorf nur mit meiner inzwischen komplett dementen Mutter und Kindern, die kaum noch Zeit für mich hatten und nur den beiden Pferden in meinem Auenwald, die mir keinen Mann ersetzen konnten, der mich liebt, hielt ich diesen Zustand irgendwann nicht mehr aus.

Ich suchte und fand die Beweise für mindestens drei Affairen und ich bin bis heute nicht sicher, warum ich im Dezember 2006 kurz vor Weihnachten nach dem Einkaufen mit meiner Mutter einen gefährlichen Autounfall hatte, denn meine Bremsen versagten. Vielleicht war es ja auch nur noch kein Interesse mehr an mir und ein einfach so ungepflegtes Auto, das für die ach so unwichtige Ehefrau eben nicht mehr verkehrssicher war, obwohl unser Sohn sicher gedacht hat, sein Vater würde das reparieren, was er ihm dazu aufgetragen hätte, aber der hat es verschlampt zu tun.
Mein Nissan Sunny nach dem Autounfall

Wir feierten noch im Dezember 2006 Weihnachten mit der Familie, im Januar konfrontierte ich meinen Ex damit, was ich raus gefunden hatte und im Februar zertrümmerte er meine gesamte Wohnungseinrichtung und war einfach weg. Ich hockte alleine in einer komplett zu Kleinholz verarbeiteten Wohnung ohne Telefon, Computer, Geld, Auto und Busverbindung. Die Polizei sagte, ein Mann darf das gemeinsame Eigentum zerschlagen und selbst im Frauenhaus fanden wir keinen Unterschlupf, denn er hatte ja nur alles kaputt, aber nicht uns geschlagen .. und meine Mutter saß im Rollstuhl. Und in meinem Auenwald lebten zwei Gnadenbrotpferde, eines wild und unreitbar und das andere mit chronischer Hufrehe.

Ich bekam dann Hilfe, denn meine Tochter Esther lieh mir Geld, nahm im April auch Prima und Chiwa für einen erstaunlich günstigen Preis von nur 100 Euro im Monat für beide bei sich auf und Marius half mir, wieder Telefon und Internet zu kriegen. Manuel allerdings half seinem Vater, unsere zum Teil sehr wertvollen Oldtimer alle vor mir und meinem Scheidungsanwalt in Sicherheit zu bringen, indem er angab, mein Ex hätte so viele Schulden bei ihm, dass alle seine seien.
Esther und ihr Ex holen Prima und Chiwa ab nach Klausdorf
Raphael und Chiwa und Prima, als sie in Klausdorf angekommen waren

Marius, der als einziges meiner Kinder bis heute für mich da ist

Es hätte mir sicherlich sehr geholfen, welche davon verkaufen zu können. Tja ...meine Liebe zu diesem Mann, der der Vater meiner Kinder war, fiel von einer Sekunde zur anderen wie ein tonnenschweres Gewicht von mir ab.
Jürgen und ich kurz nach unseren ersten Treffen 2007

Ich war frei, mich neu zu verlieben, und das tat ich sehr schnell. In nur wenigen Wochen lernte ich meinen neuen Lebensgefährten und heute Ehemann Jürgen kennen und lieben, und zwar über das Internet. Wir schrieben uns einige Wochen, begannen dann zu telefonieren und trafen uns erstmalig am 27.4.2007. Es war Liebe auf den ersten Blick .. genau genommen schon in den ersten Zeilen unseres virtuellen Kontakts, der einfach von Anfang an perfekt begann und blieb.

Noch war der Kontakt zu drei meiner vier Kinder gut und als ich begriff, was Jürgen mit seinen beiden Kindern erlebt hatte, bedauerte ich ihn sehr. Ich merkte ja, wie sehr er seine Kinder liebt und fand ihr Verhalten so grausam ihm gegenüber. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass meine Kinder später genauso reagieren würden.
Jürgen, Esther und Reno bei einer Reitstunde

Ich ritt auf einer regelrechten Welle von Glück. Ich fand einen Nebenjob in einer Baumschule ganz in der Nähe des Reitstalls meiner kleinen Tochter. Unsere Pferde waren wieder alle zusammen, ich konnte den Job mit der Versorgung meiner Mama gut koordinieren und hatte mich in einen Mann verliebt, der meine Pferde über alles liebte und sich wie ein unschuldiges Kind an den Reitstunden freute, die uns meine Tochter gab, weil sie mir das zum Geburtstag geschenkt hatte.
Unsere erste Reitstunde bei Esther auf Max und Nixe

Ich versuchte, mich darüber zu freuen, dass mein Ex eine seiner drei Affairen nun als feste Freundin unseren Kindern vorstellte, lud die Frau sogar zu meinem Geburtstag ein und wollte keinen Streit. Ich dachte natürlich auch, meine Kinder würden sich freuen, dass ihr Vater und ich endlich diese unselige Ehe beenden würden, denn wir waren doch nie glücklich miteinander gewesen.
Jürgen mit meiner Tochter Esther und Hansis Ex-Freundin Katrin .. rechts Hansi

Jürgen und ich erlebten einen wunderschönen Sommer im Schoße dieser Illusion, aber dann im September 2007 kam der große Knall, den meiner Mutter nur überlebt hat, weil wir mehr Glück als Verstand, aber keine Hilfe seitens der Familie hatten. Davon werde ich Euch dann im nächsten Teil berichten.
Jürgen und Chiwa 2007 auf Esthers Trail-Platz

















Meine 2007 auf der Kieler Woche
Jürgen und ich 2007








LG Renate















Fortsetzung von meinem Roman "Bilanz"

Habe Teil 9 fertig getippt


Wir laufen jetzt erstmal in den Stall, die Pferde versorgen .. es muss ja immer alles laufen, was so anliegt.

Ich habe aber einen neuen Teil meines Romans Bilanz fertig, werde nachher, wenn wir zurück sind, endlich mal die anderen 8 Teile hier oben in der Kopfzeile einbinden und auch die Geschichten, die Jürgen mal über sein früheres Leben geschrieben hat, die bisher alle nur im Hauptblog eingebunden sind.

Damit Ihr ein wenig durchblickt, wenn es weiter geht.

Teil 9 muss ich auch noch mit ein paar dazu gehörenden Fotos bestücken, dann geht er online.

Also bis bald damit.

LG Renate

Mittwoch, 24. Februar 2016

Neuer Vermieter .. neuer Stall .. neues vom Kind .. und alles sonst

Und noch Frühlingsfotos mit sowas Seltenem wie Sonnenlicht

Unsere Blanka heute morgen, als ich dabei war, uns Frühstück zu machen, denn Jürgen musste ganz früh zum Arzt wegen seinem Rücken. Die Sonne scheint auf ihr weißes Fell .. was echt Seltenes zur Zeit. Endlich will es Frühling werden. Das haben wir auch verdient.

Es hatte über Nacht wieder leicht geschneit. Ich habe gleich nach dem von Blanka ein paar Bilder aus dem Fenster im Treppenhaus gemacht, um die Landschaft im Sonnenlicht mit dem hellen Schnee festzuhalten. Kalt ist es ja zur Zeit nicht und so bleibt der Schnee nicht lange liegen.

Ich glaube, mit unserem neuen Vermieter haben wir Glück gehabt und es wird besser laufen als mit dem letzten.

Es kam zwar eine Mahnung über 130 Euro an, aber ich gehe davon aus, das hat halt der Buchhaltungscomputer gemacht und keiner mit böser Absicht, weil falsche Daten in den Unterlagen waren und das die Schuld unseres Vorvermieters.

Ich habe hin geschrieben und gleich eine freundliche Rückmail bekommen, ich soll das ignorieren und sie kümmern sich darum.
Es ist gut, dass nun von Vermieterseite wieder Ruhe ist wie vorher auch lange ... die zwei Jahre mit dem dazwischen waren auch sehr nervenaufreibend .. aber wir haben es überlebt, wie man sieht. Nun kann es nur besser werden. Der kleine Buchhaltungsfehler wird sich aufklären lassen.

Wegen der Stadtwerke, das wird sich sicher auch klären ... war neulich mit meiner Freundin Ela und ihrem neuen Freund Falko bei Lidl einkaufen, der auch zuerst eine so hohe Stromnachforderung von den Stadtwerken bekommen hatte.

Der erzählte mir, nun hat er eine neue Abrechnung über Wasser und Strom bekommen, denn die Mieter in der Ostlandstraße rechnen ihre Wasserrechnung direkt mit den Stadtwerken ab anders als wir. Die ist nun trotz Wasser auch drauf viel niedriger als die davor nur über Strom, es ist alles ausgebucht worden, was vorher falsch war. Also abwarten, wird bei uns wohl auch passieren.
Seinen Kredit vom Jobcenter für einen neuen Firmenwagen kriegt er auch und kann sich dann selbständig machen .. Zusage war zwar noch mündlich und er wartet noch auf das Schreiben, aber das ist dann sicher nur noch eine Formsache. Freut mich total.
Im Pferdestall allerdings sieht es nicht so gut aus. Da werden wir weg gehen. Das hat sich lange so angebahnt .. mehr habe ich schon im Pferde- und Hufrehe-Blog angedeutet, soweit ich das öffentlich halt erzählen kann .. war lange schön, aber zuletzt eben dann doch nicht mehr .. leider ist das oft so in Pensionsställen und geht auch nicht nur uns so, denn wir kennen unzählige Leute, die von Stall zu Stall wandern.
Unsere frühere Miteinstellerin hier, die mit dem kleinen Isländer, der dann kurz vor seinem Umzug Hufrehe bekommen hatte, hat mir erzählt, dass sie mit ihm und ihrer neuen Stute schon wieder den Stall gewechselt hat.
Da, wo sie mit dem Kleinen nach uns hin ist, war es bei näherer Betrachtung nämlich dann auch nicht so toll. Und vorher hat sie auch schon so einiges erlebt .. na ja kenne viele solche Geschichten und kann auch selbst viele in der Art erzählen. Dagegen ist der aktuelle Stress harmlos, weshalb wir nun doch wieder vor haben, den Stall zu wechseln, weil es Streit gegeben hat.

Na ja ... wir werden was finden und uns dann sicher besser fühlen als jetzt, werde aufpassen, wo wir hin gehen und hoffe, ich irre mich nicht wieder, sondern treffe endlich die richtige Wahl.

Mit Marius habe ich auch mal wieder geklönt, aber zu Besuch war er noch nicht hier .. das ist ja auch gar nicht so schlimm ... Kinder haben halt immer so viel um die Ohren mit Job und Freunden und so.

Er war bei meinem Ex im Krankenhaus. Der hat die zweite OP gut überstanden und ist möglicherweise heute schon raus gekommen oder er kommt bald raus. Er wird sich  dann sicher bei Jappy bei mir melden wie sonst auch. Nun muss er einige Monate warten, wie es dann ist. Es ist ihm ja gesagt worden, das wird eine Weile dauern. Ich hoffe, dass er dann endlich diese Schmerzen los ist. Er hätte das wirklich verdient, denn er hat sein ganzes Leben ja schon seit seiner Jugend darunter leiden müssen.


Marius selbst kriegt neue Medikamente. Er sagte, die sind so gut, dass er jetzt komplett beschwerdefrei ist. Sonst ist bei ihm auch alles super ... und er macht jetzt Bogenschießen in einem Verein .. oben das ist er auf einem Foto mit Pfeil und Bogen. Dafür muss er gut sehen können und es scheint zu klappen. Das freut mich sehr, Gott sei Dank.

So ... ich melde mich wieder, wenn es mehr private Neuigkeiten gibt.

LG Renate