Donnerstag, 16. Juli 2020

Bilanz - mein Leben in einem kapitalistischen Land - Teil 22

Corona: Ein Virus hebt gerade die Welt aus den Angeln


Wenn ich hier weitererzähle, dann teils schon ab Februar 2020, aber auch noch bezüglich ein paar alter in meinen Augen wichtiger letzter Fotos von unseren Pferden noch hier in Preetz mit Rückblicken bis März 2018.

Das Foto rechts ist eins aus März 2018.

Wir wussten da schon dass unsere Pferde bald auf den Gnadenhof umziehen würden, der zumindest für Chiwa und Prima die Rettung bedeuten würde, denn Thunder war ja nun leider vor einigen Tagen damals gestorben.

Es war eine unglaublich schwere Zeit für Jürgen und mich damals, diese letzten Tage noch bei Chiwa und Prima mit der Gewissheit, bald würden sie nicht mehr wirklich zu unserem Leben dazugehören.

Also als Info .. es geht beiden nach wie vor auf dem Gnadenhof gut. Jetzt in der Coronazeit ist sogar ein weiteres Pferd namens Pia dazugekommen, da die beiden sich bei der großen Not jetzt durch die Coronakrise ein Herz genommen und zumindest noch eins mehr mit aufgenommen haben dort. Pia hat sehr viel Ähnlichkeit mit Prima.

Zwei Tage vorm Umzugstermin.

Das Gefühlschaos von damals kann man gar nicht wirklich beschreiben.

Wir hatten große Angst um das Leben von Chiwa und Prima, denn es war uns klar, unsere Feinde lauern um den Weidezaun herum und könnten sonstwas mit ihnen anrichten .. diese Menschen schreckten doch vor nichts zurück.

Wir hatten auch Angst, dass Prima nicht in den Hänger steigen würde, obwohl uns die Vet-Ärztin einen Profi vermittelt hatte.

Und dann wiederum diese unglaubliche Traurigkeit, weil diese gemeine Stalkerin es geschafft hatte, uns schlussendlich doch fertigzumachen.

Oh ja .. irgendwann wird sie dafür in der Hölle braten .. dafür bete ich Tag für Tag zu Gott.

Und alle, die sich haben vor ihren gemeinen Karren spannen lassen, die sollen sich bis ins Grab in Grund und Boden schämen, dass sie das haben mit sich machen lassen.



19. März 2018 .. der Umzugstag von Prima und Chiwa.

Noch war der Umzugshelfer nicht da, auch nicht die junge Vet-Ärztin, die auch noch helfen wollte mit der Sedierung, damit wirklich alles klappte.

Chiwa und Prima futterten das letzte Müsli, das ich ihnen nach meinem Gefühl und jahrzehntelangen Überlegungen als eben gesund für sie zusammengestellt hatte. Ein sonderbares Gefühl, auch wenn ich weiß, ihr neues Frauli gibt sich genauso viel Mühe mit ihnen.


Kalli war gekommen, um von den Pferden Abschied zu nehmen. Er blieb nicht, bis der Pferdehänger kam.

Er hat damals gesagt, das hält er nicht aus, wenn sie wegfahren, das wäre zu traurig für ihn.

Tja .. wenn ich nachher von der Coronakrise berichten werde .. das ist ne sonderbare Zeit jetzt .. aber gegen das, was wir damals haben erleben müssen, ein Scherz.

Wir sind beide extrem krank durch diesen Stress geworden, keiner von uns hat sich bis heute davon erholt.

Das rechts ist das allerletzte Bild, das ich von Prima und Chiwa auf unserer Weide in der Feldmark gemacht habe.

Danach kommen nun welche von unterwegs hinter dem Hänger her und die ersten, die uns ihr Frauli schickte, als sie ihnen abends im neuen Stall gute Nacht gesagt hatte.







Ja .. Prima stieg wirklich in den Pferdehänger.

"Es muss einen Gott geben, denn Prima ist jetzt im Pferdehänger und sie fahren in Sicherheit", sagte mein gar nicht wirklich frommer Mann Jürgen, als Prima eingestiegen war.

Wir waren so erleichtert.

Unsere Weidenachbarin folgte uns sofort . angeblich wäre das Zufall gewesen ... natürlich hat sie ausspioniert, wo es hingeht .. und bald waren alle Stalker auch dort.


Ja, die bösen Stalker konnten auch beim Gnadenhof lange böses Blut hinschleppen.

Aber auch das ging vorbei und ist inzwischen Vergangenheit.

Die Beziehung zu Eva-Maria und Thomas ist heute sehr gut. Gott sei Dank.

Und Chiwa und Prima geht es auch gut.

Tja .. rechts beim Abbau der Schutzhütten .. was war das doch für ein schlimmes Gefühl .. wir haben so lange gekämpft, die überhaupt aufstellen zu können.
Unser Auto hat brav durchgehalten, als wir die Pferde in Sicherheit gebracht haben.

Und danach hatte er noch eine Weile TÜV.

Wir sind noch viel rumgefahren, traurig, entsetzlich traurig irgendwie .. haben die Vergangenheit besucht.

Der erste Stall, den ich mal für Pferde hinterm Haus baute, der in Depenau, war damals wieder bewohnt .. schön, dass da nun Pferde leben können und er so noch nützlich ist.


Tja .. auch Boomer starb uns ja nun voriges Jahr im Mai und seit August lebt der Pepe bei uns.

Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich Euch den Pepe im letzten Teil von Bilanz schon gezeigt habe.

Aber er wird sicherlich jetzt mit den aktuellen Bildern zu sehen sein.

Ich hab abgebaut, manchmal habe ich Angst, nicht mehr lange zu leben .. ich werde auch über meinen und Jürgens Gesundheitszustand aktuell noch berichten .. da war es noch etwas besser mit uns beiden.

Na ja .. wir damals in Depenau .. unten parkt unser Auto noch mit den letzten Wochen TÜV gegenüber dem Haus, wo ich mal anfing, Pferde hinterm Haus zu halten .. was nach über 25 Jahren nun also Vergangenheit ist ...

und leider auch unser Boomer, von dem wir haben im Mai 19 dann Abschied nehmen müssen.

Abschiede tun weh.

Ich werde dann mal nach dem Foto unten im Februar 20 weitererzählen, nämlich von Corona.

Es ist schon manches passiert.

Marius hat geheiratet und wir lernten seine Frau nie kennen, denn vorher brach er ohne zu sagen warum auch den Kontakt ab.

Nun ja ... er war lange für mich da .. jetzt eben nicht mehr.

Ich habe mich daran gewöhnt, vieles einfach nicht mehr zu verstehen. Manchmal will man es auch gar nicht mehr verstehen, was passiert und auch nicht mehr wissen warum.


Am 1.3.20 hatten Jürgen und ich wieder Hochzeitstag, 2013 haben wir ja mal geheiratet und damals war Marius der Einzige, der wirklich den Mut hatte zu kommen.

Was nun los war .. wir hatten keinen Streit, haben uns noch im März 19 normal unterhalten und im Juni entdeckte ich, dass er am 1.6. geheiratet hat und seine Frau und er mich plötzlich bei Facebook ignorierten.

Hinter uns wird so viel getratscht, es kann viele Gründe haben und die rauszufinden, ist leider ein Ding der Unmöglichkeit für uns.

Noch vor Corona und den vielen Versprechen, auch alle Solo-Selbständigen nicht im Stich zu lassen, erlebten wir, dass sie mir als Rentnerin nun nichtmal meine Freibeträge auf Arbeit lassen wollen wie vorher versprochen .. wir haben die verklagt.

Ich glaube, da ich ein Urteil des Bundessozialgerichts in einer ähnlichen Sache gefunden habe, dass wir da Recht kriegen werden .. halt in ein paar Jahren.

Aber was das mit Corona zu tun hat, dazu werde ich noch kommen.

Und dann kam dieser Corona-Virus oder Covid 19 in die Welt .. von China aus weltweit überall hin, so als ob Gott das jüngste Gericht in die Welt geschickt hätte, um die Menschheit zu bestrafen.

Nun ja .. manche Dinge erlebt man immer zum ersten Mal und wir mit einer weltweiten Seuche.

Am 13. März schloss die Preetzer Tafel .. inzwischen hat die zwar wieder auf, aber nicht mehr so oft wie früher ... vielen Leuten werden die Almosen von dort nach wie vor fehlen.

Insgesamt habe ich gelesen, dass alle Tafeln in Deutschland immer mehr selbst von jungen Leuten in Anspruch genommen werden, die größtenteils wieder offen sind .. weil so viele Leute Kurzarbeit machen, ihren Nebenjob oder überhaupt Job verloren haben und zusätzlich bedürftig geworden sind.





Am 10. März 20 fand ich eine Presse-Info, wo stand, Angela Merkel würde laut der Auskunfte des Robert-Koch-Instituts damit rechnen, dass sich in Deutschland ungefähr 60 bis 70 % der Bevölkerung mit dem Coronavirus anstecken würden und sie würde hoffen, dass es nicht allzu schnell passiert wegen derjenigen darunter, die mit einem schweren Verlauf unter Umständen ins Krankenhaus müssten.




Ach ja ... die Zeiten, wo Corona noch irgendwie witzig rüberkam, sind lange vorbei.

Es ging damit los, dass viele Leute die Läden leer kauften und die betuchteren Typen anfingen, so Dinge wie Mehl, Nudeln, Zucker und vor allen Dinge in rauhen Mengen Klopapier zu hamstern.

Ich habe oft nicht das einkaufen können, was ich auf dem Zettel stehen hatte damals .. und wir hatten auch tatsächlich eine ganze Weile wirklich gar kein Klopapier mehr im Haus und haben alternativ Papiertaschentücher benutzt, die ich noch bekommen hatte.

Ach .. was war das noch für ne tolle Zeit, als die Klopapier-Witze bei Facebook und anderswo rumgingen und man über Corona noch herzlich lachen konnte.

Aber die Zeiten sind so nach und nach vorbei gegangen und bei vielen Menschen zu Wut geworden .. manche schlottern auch nach wie vor vor Angst, je nachdem.

Wir fanden es gut, dass man beim Jobcenter nicht mehr rein darf .. besser alles schriftlich machen soll und heute höchtens, wenn es gar nicht anders geht, mit Maske und Termin kommen darf.
So wie die Jürgen davor genervt haben, ist das toll.

Der Briefkasten vom Jobcenter ist in unserer Nähe und es ist bisher nicht abzusehen, wann der Corona-Stress aufhört.

Also wunderbar. Vielleicht kommt Jürgen ja so viel leichter noch bis zur Rente durch, wenn er zumindest da nicht auch noch laufend persönlich wo hin muss.




Am 18. März habe ich die Rede von Angela Merkel gebloggt, die sie damals im Fernsehen gehalten hat .. ob genau an dem Tag, weiß ich nicht mehr, aber falls nicht, kurz davor.

Ich habe gerade reingeschaut. Nein sie erwähnt auch in dieser Rede nicht, dass sie die ganz Armen in der Corona-Krise auch nicht im Stich lassen würde .. sie redet von Firmen und Arbeitnehmern, denen die Regierung helfen möchte .. nicht von armen Rentnern, Hartz-IV-Empfängern oder Aufstockern und Solo-Selbständigen.
Der Provider des Jobcenters klappte für eine ganze Weile zusammen und man konnte eine ganze Weile weder hingehen noch anrufen, weil das Telefon nicht mehr funktionierte und die Jobcenter-Mitarbeiter kamen oft telefonisch auch nicht raus, um einen anzurufen.

Also Chaos pur.

Ich schrieb schon damals, das wird Millionen von neuen Armen geben, auch komplett Arbeitslosen und Aufstockern und so weiter. Klar hatte ich recht damit. Inzwischen ist das auch so.

Und ich gehe davon aus, das dicke Ende kommt erst noch.

Einfach weil auch viele Künstler und andere Solo-Selbständige klar aufstocken müssen oder ganz erstmal Hartz IV beziehen .. und da die wie wir über die Anlage EKS abrechnen, dauert das länger, bis sie wirklich merken, was Sache ist.

Das war bei uns auch so ... man kriegt ja immer erst zeitversetzt dann den Schlag in die Magengrube, weil man zuerst vorläufig was kriegt und dann plötzlich kommt, man könnte diese und jede Betriebskosten nicht absetzen und bla bla bla ... sie einen halt drücken.
Anders als beispielsweise beim Finanzamt gibt es beim Jobcenter keine klaren Regeln und Gesetze .. das ist alles reine Willkür mit der Anlage EKS, wie sie das machen.

So viele Leute können wegen Corona eben viele Jobs nicht machen. Ob sie nun Musiker oder Schauspieler, Profi-Sportler oder sonstwas sind .. Kleinkunst gehört dazu .. und eben auch alles rund ums Gaststätten-Gewerbe.

Ja manches darf bedingt wieder sein .. aber nicht normal so wie früher .. in Kiel sind ganze Straßenzüge zu verkaufen, wo früher Discotheken jahrzehntelang drin waren.

Ziemlich schnell gerieten durch den sogenannten Lockdown wegen Corona gestandene Reiterhöfe, die jahrelang als Familienbetrieb erfolgreich waren, typische Urlaubs-Bauernhöfe, Wildparks und Zoos, die ja ihre Tiere weiterfüttern mussten, in existentielle Not.

Überall wurden Paten gesucht, die helfen. Sogar in dem gestandenen Reiterhof, wo Vanessa mich früher mal zum Erstkontakt mit Pferden brachte.
Ich habe von Zoos gelesen, die überlegten, ob sie ihre Tiere wegen Geldmangel und kein Futter womöglich einschläfern lassen müssten und immerzu gebetet, dass Corona unseren Gnadenhof verschonen möge, denn mehr als unser Patengeld überweisen können wir ja gerade jetzt, wo wirklich alles viel teurer geworden ist und auch im Texter-Portal Aufträge schwierig zu kriegen sind wegen Corona, eben auch nicht ... denn auch uns trifft Corona finanziell nicht so knapp.

Die ersten Corona-Virus-Regeln von der Regierung kamen am 22. März 20 raus .. aber da noch ohne die berüchtigte Maskenpflicht.

Tja ... da haben wir noch gedacht, das dauert ein paar Wochen und dann ist der Spuk vorbei und es mit viel Humor getragen.








Unser Edeka-Laden fing an, den Leuten zu helfen, dass die Hamsterer nicht alles wegkaufen konnten, indem er die typischen Hamster-Artikel nur noch limitiert verkaufte.

Das ist bis heute so.

Auch dass wir mit Karte bezahlen sollen, ist bis heute so.

Mich stört das nicht. Man kann zur Not auch mal mit Bargeld einkaufen, also geht das ja und ansonsten habe ich schon vorher meistens mit Karte bezahlt.


Ende März liefen nicht nur die Klopapier-Witze wie oben auf Hochtouren .. Klopapier wurde übrigens weltweit gehamstert, warum auch immer, denn Corona hat nichts mit Durchfall zu tun ...ich schrieb auch den ersten Text darüber, dass die angeblich unkonventionelle Hilfe für Solo-Selbständige, denn besonders Künstler aller Art hat Corona ja schwer getroffen, weil die nicht auftreten dürfen, eben ein absolutes Windei ist.

Ja die dürfen wie wir beim Jobcenter aufstocken und sich mit der EKS abplagen .. das ist keine Hilfe, das ist Verarschung.

Die erste Rolle Klopapier konnte ich nach lange leeren Regalen und schon Papiertaschentüchern zu Hause dafür dann am 26. März ergattern und hab die extra für meinen Blog fotografiert.











Ebenfalls Ende März schrieb ich darüber, dass die Isolation der Alten in den Pflegeheimen und auch die Isolation von Kranken in den Kliniken wegen Corona nicht gut für diese eingesperrten Menschen sein könnte.

Ja ich würde recht behalten, denn die meisten Corona-Toten sind alte Leute oder sehr kranke Leute, die eben auch andere Dinge hatten neben dieser Infektion.

Später fand ich, dass manche alte Leute sogar versucht haben, in den Seniorenheimen aus dem Fenster zu springen wegen Einsamkeit und mehr.

Maskenpflicht wegen Corona gab es noch nicht .. man hatte auch noch keine gravierenden Skandale gehört .. außer dass viele Versprechen von der Merkel eben nur leere Versprechen gewesen waren ...die Frau hat für mich seitdem genauso verschissen bis in die Steinzeit wie für viele andere, obwohl ich sie noch bei ihrer Fernseh-Rede wirklich in Schutz genommen habe und gesagt, das ist ja auch neu für sie uns alles nicht so einfach.





Ich überlegte mir, das beste gegen einen schweren Corona-Verlauf ist ein gutes Immunsystem und schrieb was darüber, wie man das mit gesundem Essen und viel Bewegung an der frischen Luft und so weiter am besten in Schwung halten könnte.









Das tat ich am 27. März 20 .. auch das war noch immer vor der Maskenpflicht.

Ach ja .. mein Jüngster und seine Frau haben ein eigentlich schönes Hobby .. den Chor-Gesang. Ich hab mich für ihn gefreut, dass er eine Partnerin gefunden und so ein schönes gemeinsames Hobby hat .. sie singen ja nichts Altbackenes, sondern wirklich tolle Sachen, alternative Musik, Metal und sowas .. und auch den Chor trifft der Lockdown wegen Corona knallhart. Das tut mir wirklich sehr leid für die beiden, egal ob sie nun mit mir nicht reden wollen oder nicht .. und dass ich nicht weiß warum.

Mit Esther habe ich telefoniert.

Sie hatte Glück, Kurzarbeit, aber keine Gehaltskürzung dadurch.

Die Arbeit in der Kita ist schwierig, hat sie gesagt.

Und ich erfuhr bei diesem Gespräch, dass meine Enkel Marc von Vanessa und Raphael von Esther gute Freunde sind, die auch jetzt Kontakt haben .. denn auch Kontakte sind in den Corona-Zeiten ja leider limitiert .. ich finde das besonders für die jungen Leute sehr schlimm.

Wir Alten verkraften sowas schon anders. Wir sind es ja gewohnt, meistens sowieso alleine zu sein. Die jungen Leute aber nicht.

Ich mache hier mal Schluss.

Ich werde bald weiter berichten, wie es in den Corona-Zeiten weiterging.

Der nächste Text, wo ich weitermache, ist vom 1. April 2020 und heißt "Coronavirus: rund um die Bußgelder in Sachsen".

Bis bald dann.

LG
Renate

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